Brienzwiler
Berner Oberland
Der Rechnungsabschluss der Gemeinde Brienzwiler präsentiert sich für einmal nicht sehr positiv, muss dem Gemeindebürger doch erstmals seit vielen Jahren eine defizitäre Verwaltungsrechnung vorgelegt werden. Trotzdem sind die Gemeindefinanzen nach wie vor intakt und der Gemeinderat zeigt sich nicht beunruhigt. Künftig sollen die schwächeren Verkehrsteilnehmer und vor allem die Fussgänger auf der Dorfdurchfahrt besser geschützt werden. Der Kanton plant verschiedene Massnahmen, die zu einer Beruhigung und erhöhter Sicherheit führen werden. Eine erste Verbesserung ist beim Engpass in der Gummlikurve vollzogen, wo das Nadelör dank dem Goodwill der Anstösser mit geringem Aufwand beseitigt werden konnte.

Gemeindefinanzen trotz Rechnungsdefizit stabil

Die Verwaltungsrechnung 2013 ist mit 80‘000 Franken in den roten Zahlen und fällt um 54‘000 Franken schlechter aus als budgetiert war. Der Hauptgrund liegt bei den geringeren Steuererträgen, beim rückläufigen Finanzausgleich und den gesteigerten Gemeindeanteilen an den kantonalen Lastenausgleich der Sozialhilfe und der Ergänzungsleistungen. Da die Steuerabrechnungen des Kantons mit Vorsicht zu geniessen sind und im laufenden Jahr Korrekturabrechnungen erwartet werden können, sind die Zahlen für den Gemeinderat nicht besorgniserregend. Die Tatsache, dass rund die Hälfte der Gesamtsteuereinnahmen in den Kantonalen Lastenausgleich der Fürsorge fliesst und der Kanton den Gemeinden immer neue Aufgaben auferlegt, bereiten den Gemeindeverantwortlichen aber zunehmends Sorgenfalten. Nach wie vor erfreulich präsentiert sich die Rechnung der Elektrizitätsversorgung, welche mit den Erträgen aus der gemeindeeigenen Stromproduktion der beiden Kleinwasserkraftanlagen eine wesentliche Entlastung der Gemeinderechnung darstellt.

Ortsdurchfahrt wird sicherer

Die Fussgänger und Radfahrer sind auf der Ortsdurchfahrt zu wenig geschützt. Dies ist die Erkenntnis aus der vom Kanton in Auftrag gegebenen Massnahmenstudie. Aus diesem Grund sind verschiedene verkehrsberuhigende Massnahmen geplant. So sollen die Fussgängerstreifen baulich verbessert, optimal ausgeleuchtet und mit den nötigen Warteräumen versehen werden. Punktuelle Randmarkierungen sollen zu einer optischen Verengung der Fahrbahn und somit zum besseren Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer beitragen. Zudem kommt der Fussgänger zwischen Gummli und Schlüssel in den Genuss einer Strassenbeleuchtung. Das definitive Massnahmenpaket wird an der kommenden Gemeindeversammlung vorgestellt.

Neuer Belag auf der Hofstettenstrasse

Im Herbst soll die schadhafte Fahrbahn der Verbindungsstrasse Brienzwiler-Hofstetten erneuert und mit einem Feinbelag versehen werden. Der Auftrag ist an die Frutiger AG Berner Oberland in Brienz erteilt worden. Eine erste Sofortmassnahme konnte in der Gummlikurve erzielt werden. Dank einer baulichen Anpassung an der Liegenschaft eines Anstössers ist das Nadelöhr beseitigt worden und die bisher mühsame Durchfahrt mit dem Kursbus konnte wesentlich verbessert werden.

Mehr Schutz auf der Brünigstrasse

Nach der eben abgeschlossenen Sicherheitsholzerei entlang der Passstrasse Richtung Brünig sollen im nächsten Jahr durch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Bereich Balmi-Tschuggen Steinschlagschutzmassnahmen vollzogen werden. Das in Planung befindliche Projekt beinhaltet den Neubau von zehn weiteren Steinschlagschutznetzen und die Sicherung von zwei Felsnasen sowie die Erstellung von Unterhaltswegen zu den Verbauungswerken. Die Massnahmen finden die grundsätzliche Zustimmung des Gemeinderates und die Burgerversammlung wird demnächst entscheiden, ob das nötige Terrain an das ASTRA abgetreten werden soll.

Spendefreudiger Gemeinderat

Die Musikgesellschaft Brienzwiler wird von der Gemeinde mit einem Überbrückungsdarlehen und einem namhaften Beitrag an die Teilinstrumentierung unterstützt. Weitere Spenden gehen an die Pferdesporttage Ballenberg-Bifing, das Holzbildhauer Symposium Brienz und die Brienzer Holzfällertage.

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Veröffentlicht: 21. Mai 2014